Posts by henssenc

Zeig Rassismus die rote Karte !

Logo des Vereins

Les Éditions du Crieur Public hat für die geplante Wanderausstellung in Deutschland „MenschenZoos: Die Erfindung des Wilden“ einen neuen Partner an seine Seite bekommen: Show Racism the Red Card – Deutschland e.V.. Im Rahmen der Ausstellung ist somit die Ausführung von Antirassismus-Workshops für Kinder- und Jugendliche möglich geworden. Wir freuen uns über die Zusammenarbeit! Der 2010 von zwei Studenten gegründete Verein Show Racism the Red Card – Deutschland e.V ist in kurzer Zeit zu einer sehr erfolgreichen Marke im Kampf gegen Rassismus aufgestiegen. Er hat sich zum Ziel gesetzt, im klassischerweise männlich dominierten Kontext „Fußball“ zur Aufweichung gängiger Denkmuster beizutragen und … Weiterlesen

Tausende Hamburger demonstrieren gegen Pegida

Tegida

Tausende Hamburger kamen gestern Abend spontan zu einer Anti-Pegida Demonstration zusammen. 5.000 hatten sich über Facebook bei “Tegida- Gewaltfrei vereint gegen Irrglauben und Intoleranz” angemeldet, die Polizei zählte 4.000 Demonstranten am Glockengießerwall am Hamburger Hauptbahnhof. Der Crieur Public demonstrierte mit. Die Atmosphäre war friedlich, die Demonstranten in der Mehrzahl jung und studentisch. Auch Reden hat es gegeben- die meisten Redner waren bemüht, die Notwendigkeit von Toleranz und Offenheit gegenüber Flüchtlingen und Menschen ausländischer Herkunft zu unterstreichen. Nur einige wenige Teilnehmer instrumentalisierten die Demonstration für ihre Parteipolitik. Die Hamburger Tegida-Demonstration ist die Antwort auf die Montagsdemonstrationen der Pegida in Dresden, die gegen die … Weiterlesen

FROM SAMOA – WITH LOVE ?

1900 Unsere neuen Landsleute aus Samoa, Berlin (Postkarte aus der Collection Radauer)

Von Januar bis November zeigte das Museum Fünf Kontinente München die Ausstellung „From Samoa – with love?“ Ein Rückblick. Ausgehend von einigen Wertgegenständen, die der Samoanische Häuptling Tupua Tamasese Lealofi dem bayerischen Prinzregenten 1910 im Rahmen einer in München stattfindenden Völkerschau schenkte, hat sich Kuratorin Hilke Thode-Arora auf die Suche nach Spuren der deutsch-samoanischen Kolonialgeschichte gemacht. Ihre jahrelange Forschungsarbeit, während der sie u.a. Nachkommen ausfindig machte und interviewte, Briefe analysierte sowie Postkarten und Fotos auswertete, lässt die deutsch-samoanischen Völkerschauen in einem spannenden und zugleich differenzierten Licht erscheinen. Auf samoanischer Seite zeugen noch deutsche Namen, deutsches Bier und Essen sowie die … Weiterlesen

Schwangerschaft ohne Mann: Das Mysterium Marias

Titelbild Maria

In der Weihnachtszeit gedenken wir Maria als die Mutter Gottes, derjenigen, die Jesus gebar. Im Neuen Testament heißt es bei Matthäus: „Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, dass sie schwanger war von dem Heiligen Geist. Josef aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen. Als er das noch bedachte, siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; … Weiterlesen

Unter dem Deckmantel der Kunst? Zur aktuellen Debatte über „Exhibit B“

Szene aus "Exhibit B"

Ob nun Jonathan Meese in einer seiner Performances den Arm zum Hitlergruß erhebt, Rapper Bushido seiner Homophobie und seinen Gewaltfantasien in seinen Songtexten („Ein falsches Wort und deine Zunge spürt Rasierklingen“) Luft macht oder Santiago Sierra Autoabgase in eine Synagoge leitet, um an die Gaskammern des Holocaust zu erinnern – die Frage, wie weit Kunst gehen darf, ist eine, die häufig aufkommt. Schließlich, sagen manche, darf unter dem Deckmantel der Kunst nicht alles erlaubt sein! Die Installation „Exhibit B“ des südafrikanischen Dramatikers Brett Bailey hat diese Frage neu entfacht: weil sie Szenen aus Menschenzoos künstlerisch neu in Szene setzt wurde sie unter … Weiterlesen

Die Installation „Exhibit B“: Der „MenschenZoo“, der Furore macht

Brett Bailey mit einem der Perfomance-Künstler

Kolonisation und Fremdheit, das sind die Themen, die das dritte Kulturfestival von Poitiers „Haut des Tigers und Schwarzen Peters“, ausgerichtet von der Universität, des Theaters und Auditoriums Poitiers, vom 12. bis 16. November bestimmten. Die Ausstellung „MenschenZoos: Die Erfindung des Wilden“ der Forschungsgruppe Achac wurde zum Auftakt des Festivals von Pascal Blanchard und Lilian Thuram eröffnet. Die wandernde Performance Ausstellung Exhibit B des südafrikanischen Dramatikers und Installationskünstlers Brett Bailey zielt darauf, den Rassismus in der Gesellschaft offenzulegen, indem in 12 Live-Bildern Szenen aus Völkerschauen bzw. Menschenzoos nachempfunden werden. Die zunehmend polarisierende Ausstellung tourt bereits seit 2010 durch Europa. Letzten Donnerstag … Weiterlesen

Opfer einer Vergewaltigung….und selbst Schuld ??!

Titelbild

  “Selfie Klip“ Laut dieses von der ungarischen Polizei produzierten Kurzfilms mit dem Titel „Selfie Klip“ tragen Frauen Schuld an ihrer Vergewaltigung. Die ungarische Polizei wird das Video auch an ungarischen Schulen zeigen. Das Video zeigt drei junge Frauen, die sich für einen Discoabend in aufreizende Kleidung hüllen, sich schminken und einen „Selfie“ von sich schießen. Bevor die Frauen die Wohnung verlassen, um sich auf den Weg zur Disko zu machen, erblickt eine der Frauen eine offenbar misshandelte Frau und wendet sich ab. Nach einigem Alkoholkonsum und engem Tanz mit Männern in der Disko findet sich eine der Frauen in der … Weiterlesen

Klug, klüger….am klügsten ? Ein feministisches Streitstück

Titelbild

Die Feministinnen Alice Schwarzer, Simone de Beauvoir, Judith Butler, Luce Irigaray, Laurie Penny, Valerie Solanas, Elisabeth Badinter, Vandana Shiva und Deirdre McCloskey und Gastgeber Arthur Schopenhauer haben das Abendessen beendet und sitzen gemeinsam an einem Tisch. Gleich soll es Dessert geben, aber dann löst die Frage, wer das Geschirr abwäscht, einen Streit aus. Die Figuren Elisabeth Badinter, 1944 in Boulogne-Billancourt geboren, hat sie sich als Professorin und Philosophin vor allem durch den Bestseller “Mutterliebe – zur Geschichte eines Gefühls” einen Namen gemacht. Darin untersucht sie das Muttergefühl im Wandel der Zeit und erläutert, das Muttergefühl sei eine seit der Aufklärung verbreitete Erfindung, die dazu diene, … Weiterlesen

Ist das Kopftuch… ein Zeichen der Rückschrittlichkeit?

Alice Schwarzer

„Wenn ich Frauen mit Kopftuch sehe, werde ich wütend“ bekannte kürzlich ein Freund von mir, „wieso lassen die sowas mit sich machen?“ Darauf entbrannte eine hitzige Diskussion in der Runde – wir waren zu dritt – in der jeder einmal sein Repertoire an Emotionen, intellektuellen Standpunkten und historischem Halbwissen zum Thema „Kopftuch und Feminismus“ ans Tageslicht zu befördern versuchte. Kürzlich gelesene Artikel zum Vormarsch der IS, Fernsehdokumentationen über die Rekrutierung deutscher Dschihadisten, feministische Zitate sowie im Studium angeeignete Argumente des Poststrukturalismus wurden mit Elan in die Runde geworfen. Während der eine forderte, die Kopftücher sollten verboten werden, um ein Zeichen … Weiterlesen

Radikal feministische…Muslimin?

Titelbild

Ein hörens- und lesenswerter Beitrag von Deutschlandradio Kultur zum Thema “Islam und Feminismus”, auch vor dem Hintergrund der bei Maischberger in der ARD geführten Debatte”Schleier und Scharia“.    

War August Bebel… eine Frau?

August Bebel Thema

August Bebel war keine Frau, aber dennoch Feminist. Er war der erste Mann in Deutschland, der die Frauenunterdrückung öffentlich beschrieb und seine Wurzeln aufzudecken versuchte. Er war Begründer und Führer der SPD und seit der Gründung des Deutschen Kaiserreiches 1871 bis 1913 einer der einflussreichsten Abgeordneten im Reichstag. Innerhalb der Arbeiterbewegung gab es eine starke Fraktion, die den Sozialismus als pure Männerangelegenheit sah. Dem entgegen setzte sich Bebel für die private Stärkung der Frau und ihre Einbindung in das politische Leben ein. Ende des 19. Jahrhunderts nämlich war die Frau in Deutschland sozial, politisch und rechtlich diskriminiert: In wesentlichen familiären Angelegenheiten … Weiterlesen

“Der Spiegel” berichtet über Menschenzoos

Spiegel Artikel

Am 12. Dezember 2012 berichtete Katja Iken für den Spiegel über das Schicksal des kongolesischen Pygmäen Ota Benga. Ota Benga sei „ein Mann, dessen trauriges Schicksal exemplarisch für den um die Wende zum 20. Jahrhundert grassierenden wissenschaftlichen Rassismus, für Ausbeutung, Menschenverachtung und Habgier“ stehe. Ota Benga wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von einem amerikanischen Missionar zusammen mit anderen Afrikanern nach St. Louis verschleppt, um in einem Menschenzoo ausgestellt zu werden. In einem von den belgischen  Okkupationstruppen König Leopolds II. verursachten Massaker waren seine Frau und seine zwei Kinder ermordet worden, Benga anschließend versklavt. Der Ding-Charakter, dem man dem Afrikaner zuschrieb, … Weiterlesen

Wer war eigentlich…. Olympe de Gouges ?

Olympe de Gauges

Mindestens genauso cool wie Emma Watson – die Schauspielerin in allen Ehren – ist Olympe de Gouges. Die in ihrer Bedeutung verkannte Frauenrechtlerin der ersten Stunde wurde 1748 im französischen Montabaun geboren. Zu ihrer Zeit war der Analphabetismus, besonders unter den Frauen, sehr groß. Ihr Wissen erwarb sie im Selbststudium. Als die französische Nationalversammlung 1791, also 4 Jahre nach der Französischen Revolution, die erste republikanische Verfassung Frankreichs verabschiedet hatte, der die allgemeine Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789 als Grundrechte vorangestellt waren, veröffentlichte de Gouges ihre „Déclaration des droits de la femme et de la citoyenne“ („Erklärung der Rechte der Frau … Weiterlesen

Was heißt eigentlich… Feminismus ?

Hubertine Auclert

Der Begriff „Feminismus“ wurde erst in den 1880er Jahren von französischen Frauenrechtlerinnen aufgebracht. Die französische Suffragette Hubertine Auclert (1848-1914) führte den Begriff „Feminismus“ in der von ihr herausgegebenen Zeitschrift La Citoyenne (Die Staatsbürgerin) als politische Leitidee gegen den “Maskulinismus” der Dritten Republik in Frankreich ein. Der Begriff war titelgebend für einen Kongress 1892. 1896 berichtete die französische Delegation auf dem Internationalen Frauenkongress in Berlin vor einem großen Publikum, wie die französische Presse dieses Wort aufgegriffen hatte. Ab da breitete sich der Begriff in den westlichen Frauenbewegungen aus und wurde synonym für “Frauenbewegung” genutzt. Im Deutschen haftet dem Begriff etwas Negatives an, da … Weiterlesen

Einladung

Wochen des Feminismus

Wir laden ein zu den WOCHEN DES FEMINISMUS vom 3. Oktober bis 19. Dezember. Wöchentlich werden wir hier bedeutende Feministinnen und ihre Gedanken vorstellen, von Olympe de Gouges, über Simone de Beauvoir und Luce Irigaray zu Laurie Penny.      

“Der Rassist in uns”- ein sehenswerter Beitrag von ZDF-Neo (75 Min.)

http://blog.zdf.de/der-rassist-in-uns/author/zdf-neo/

Wieviel Multikulti steckt in Deutschland?

Wieviel Multikulti steckt in Deutschland?

„Komm’, lass uns schnell noch einen Döner beim Türken an der Ecke holen!“ hört man hierzulande oft oder „Wir waren beim Italiener, als Dessert gab’s Tiramisu.“ oder „Griechischer Wein ist so wie das Blut der Erde. Komm’, schenk dir ein….“ Laut einer Studie vom Institut für Demoskopie in Allensbach essen 51% der Deutschen am allerliebsten ausländische Küche. Auf Platz Eins steht Italienisch, gefolgt von Chinesisch und Griechisch. Schaut man sich in Einkaufspassagen der deutschen Innenstädte um, findet man diese Statistik auch bestätigt: es wimmelt von Asia Snackbuden, Pizzaständen und Thairestaurants. Und was ist mit all den Nagelstudios, die man dazwischen … Weiterlesen

Die Lust des Kaiserreichs an der Exotik – Als Menschen aus fernen Ländern wie Zootiere vorgeführt wurden

P.M. Magazin Juli 07, 2014 (verschoben)

Die Zeitschrift P.M. berichtete im Juli über Völkerschauen. Der Crieur Public fasst die wichtigsten Punkte zusammen. Autorin Christine Schulz gibt zunächst die Schicksäle der fünf Seenomaden vom Volk der Kawesqar aus Chile wieder, die in den europäischen Großstädten auf Völkerschauen „vorgeführt und begafft“ worden seien. Die Nomaden mit überlieferten Namen Henry, Lise, Grethe, Piskounas und Capitán seien sieben Monate zu dieser Tätigkeit gezwungen und auf Plakaten als „die Wilden von den Feuerlandinseln“ beworben worden. Im Frühjahr 1882 seien alle fünf kurz nacheinander an Lungenentzündung oder Masern gestorben. Die Darsteller unterschrieben Verträge Der Zwang sei allerdings eher die Ausnahme gewesen, zumindest, wenn … Weiterlesen

Schwarze in den Konzentrationslagern: Eine vergessene Geschichte

Journalist und Essayist Serge Bilé schreibt über die Problematiken der schwarzen community. Er schrieb das Buch mit dem Titeln „Machen Sie mir diese Neger weiß“, in dem er die Anwendung kosmetischer Weißmacherprodukte problematisiert, und „Was, wenn Gott die Schwarzen nicht liebt?“, eine Recherche über Rassismus im Vatikan, wobei in Afrika geborene Kirchenleute, Priester und Schwestern zu Wort kommen. Valentine Lescot von africanhistory.com hat ihn interviewt. In diesem Interview spricht Bilé über den Inhalt seines Buches und seines vorangegangen Dokumentarfilms. Er widmet sich in beiden der wenig beachteten Geschichte der Schwarzen, die Opfer der nationalsozialistischen Politik wurden. Diese Geschichte sei in … Weiterlesen

Menschenzoo 2005? Der Augsburger Zoo lud zu einem „African Village“ ein und entfachte einen Skandal

"African Village" im Zoo Augsburg

Es ist, als hätte es Edward Saids „Orientalismus“ nie gegeben, das Standardwerk der postkolonialen Studien, in dem der Literaturkritiker nachzeichnet, wie der Westen „den Orient“ als fremden, fernen, als den „ganz anderen“ Ort stilisierte. Dies geschah in der Kunst, durch die Malerei, durch Erzählungen, Fotografien, bis das Wort „Orient“ einen ganz eindeutigen Beiklang erhielt, nämlich den des „Exotischen“. Said weist darauf hin, dass dieses „Exotische“ allerdings eine Fiktion des Westens ist, eine Falsch- und vor allem eine Fremdrepräsentation, die die westliche Orientalistik hervorbrachte. Es geht ihm also u.a. darum, dass sich der Westen anmaßte, ganze Länder unter dem Begriff „Orient“ … Weiterlesen

Zum Israel-Konflikt: Friedensaktivist Miko Peled fordert eine Einstaatenlösung

Israel-Palästina

Der israelische Friedensaktivist Miko Peled, Sohn eines israelischen Generals und Enkelkind eines prominenten Vertreters der zionistischen Bewegung, äußert sich in diesem Vortrag zu seinem autobiografischen Buch “The General’s Son: Journey of an Israeli in Palestine” und damit zum Israelisch-Palästinensischen Konflikt. Gleich zu Beginn des Vortrags nimmt er Stellung gegen die israelische Rüstungspolitik, vergleicht sie mit dem Apartheid-System in Südafrika und reiht sie allgemein in die Geschichte des Kolonialismus ein. Keine ausgewogene Betrachtungsweise der historisch komplexen Situation – den möglichen Vorwurf des Antisemitismus weist er sehr einfach als “nonsense” zurück –  aber ein interessantes und packendes Plädoyer für eine Einstaatenlösung, in der Israelis und Palästinenser in … Weiterlesen

ARTE: Die Entstehung des Rassismus

2121701

Die ARTE-Sendung “Mit offenen Karten” erklärt wöchentlich fast ausschließlich anhand von geographischen Karten wichtige Sachverhalte. Hier eine 14-minütige Sendung mit dem Titel “Die Entstehung des Rassismus”. Die Sendung ist sehr anschaulich erklärt und richtet sich an alle diejenigen, die sich mit diesem Thema vertraut machen möchten:

Ist es zumindest gestattet, sich eine Lösung auszumalen? Esther Benbassa, „Jude sein nach Gaza“

"Jude sein nach Gaza" von Esther Benbassa

Am frühen Donnerstagabend haben 100 Menschen in Hamburg für Frieden in Israel demonstriert. Vom Gehart-Hauptmann-Platz aus, nahe des Crieur Public, waren sie in der gesamten Altstadt zu hören. Unter dem Motto „Internationaler Tag der Solidarität mit Israel“ forderten sie das Ende des Beschusses Israels mit Raketen aus dem Gazastreifen. Insgesamt ist auf beiden Seiten durch die Gefechte ein Verlust von 230 Menschenleben zu verzeichnen. In der ganzen Welt melden sich Stimmen zu diesem neu entflammten Dauerkonflikt zu Wort, darunter auch die kritischer jüdischer Bürger in und außerhalb Israels. Der in Israel lebende Schriftsteller David Grossmann beispielsweise wirft der Regierung Netanjahu in … Weiterlesen

Projekt für ein Denkmal

detail SHOH basse definition (6)

Das „Monument zur Erinnerung an die deportierten und in Auschwitz und anderen Orten ermordeten jüdischenen Kinder“ des jüdisch-französischen Künstlers Michel Lévy entstand vor einigen Jahren im Rahmen einer Ausschreibung der Stadt Paris. Später wurde die Ausschreibung seitens der Stadt leider zurückgezogen, zu diesem Zeitpunkt hatte Michel Levy seinen Entwurf bereits gefertigt. Seine Arbeit zur Erinnerung an die ermordeten jüdischen Kinder auf anderem Wege zu realisieren, ist ihm ein großes Anliegen – ein Anliegen, das Les Éditions du Crieur Public nun teilt. Der Verlag engagiert sich ehrenamtlich für die Realisierung dieses wichtigen Denkmals und stößt dabei auf tatkräftige Unterstützung vonseiten Bürgerinnen … Weiterlesen

Eine wahre Fundgrube: Die “Collection Radauer”

Exponat der Sammlung Radauer: Singhalesen 1889, Werbekarte Jardin d'Acclimatation Paris

Seit wenigen Monaten ist das weltweit erste Onlinebildarchiv zum Thema Völkerschauen online: http://www.humanzoos.net. Grundlage dafür ist die private Sammlung von Clemens Radauer, einem in Wien ansässigen diplomierten Kultur- und Sozialanthropologen. Das Archiv ermöglicht einen Einblick in eine Zeit, in der es üblich war, Menschen aus „exotischen“ Teilen der Welt nach Europa und die USA zu bringen, um sie dort zur Schau zu stellen. Völkerschauen erfreuten sich einer großen Beliebtheit und waren maßgeblich an der Etablierung von Stereotypen und Klischees bezüglich außereuropäischer Kulturen beteiligt. Clemens Radauer begann sich im Zuge seiner Diplomarbeit mit dem Thema Völkerschauen zu beschäftigen. Um seine Abschlussarbeit … Weiterlesen

Friede, Freude…Rassismus

kick racism out of football

Die Euphorie bei der WM ist groß, aber der Rassismus längst nicht eingedämmt. Fairness und Fußball gehen nicht nur auf dem Spielfeld oft nicht Hand in Hand. Wer kennt sie mittlerweile nicht? Die zahlreichen Fotos, Videos und twitter-Botschaften, die sich gegen den Rassismus im Fußball positionieren. „Say no to racism“ wittert FIFA-Präsident Sepp Blatter im Viertelfinale. „Say no to racism“ steht auch auf den Bannern der diesjährigen Fußball Weltmeisterschaft, die die National-Mannschaften auf dem Rasen im Fußballstadion für alle sichtbar zwischen sich aufspannen. Fast macht es den Eindruck, als seien sich alle einig.   Auf ihrer offiziellen Webseite lässt die … Weiterlesen

Wanderausstellung in Angers

Plakat der Wanderausstellung in Angers

Das Naturkundemuseum in der französischen Stadt Angers, die südwestlich von Paris liegt, zeigt von 12. Juli bis 28. Dezember die Ausstellung „MenschenZoos – die Erfindung des Wilden“. Die Wanderausstellung basiert konzeptionell auf der 2011 im Musée du quai Branly gezeigten, vielgefeierten Ausstellung „Exhibitions – l’invention du sauvage“. Im Fokus steht die Geschichte der sogenannten „Menschenzoos“, der Zurschaustellung und Inszenierung „exotischer Menschen“, welche oftmals hinter Zäunen und neben (wilden) Tieren,  zur Belustigung der Massen ausgestellt wurden und vielfach zugleich „wissenschaftlich“ auf der Grundlage von Rassetheorien erforscht wurden. Die Menschenzoos trugen zur Stigmatisierung fremder Kulturen und zur Legitimation des Kolonialismus bei. Bewohner … Weiterlesen

Sponsoren der Wanderausstellung MenschenZoos

Die Realisierung der Wanderausstellung MenschenZoos wird von den folgenden Sponsoren unterstützt, denen wir auch an dieser Stelle danken möchten. Durch deren Unterstützung ist es möglich geworden, die Ausstellung aktuell in deutscher Sprache produzieren zu lassen: Wir sind noch auf der Suche nach weiteren Partnern für die einzelnen Veranstaltungsorte.

Josephine Baker : ein engagierter Star im Dienste der Freiheit Frankreichs

Josephine Baker 6

“Bei “Afrika” denken die Menschen immer an nackte und sich bewegende Körper” Gilles Boëtsch. 1925 wird sie in der Revue Nègre im théâtre des Champs-Élysées entdeckt – zum ersten Mal tritt sie in ihrem aus goldenen Bananen bestehenden Lendenschurz auf, in dem sie einen leidenschaftlichen Charleston hinlegt. Am nächsten Tag wird sie in der Kritik als « Königin des wilden Tanzes » gefeiert und gilt ab sofort als Topstar des Varieteetheaters der Zwischenkriegszeit. Aber was wissen wir eigentlich von dieser Amerikanerin, dem ersten schwarzen Star der Szene, abgesehen von diesem fulminanten Erfolg als Tänzerin ? Die Dokumentation Frères d’armes eröffnet uns neue Facetten … Weiterlesen

Frères d’armes – Waffenbrüder

Josephine Baker

Regisseur Rachid Bouchareb hat eine Reihe von Dokumentarfilmen, Frères d’armes, in Zusammenarbeit mit dem Historiker Pascal Blanchard (Autor des Crieur Public) gedreht. Diese Serie von 50 zweiminütigen Kurzporträts  ist eine Hommage an die symbolträchtige Laufbahn der großen Figuren der Diversität, der Kämpfer der alten Kolonien, der Protektorate und der alliierten Gebiete, aber auch der französichen Regionen, zum Zwecke der Verteidigung der Freiheitsideale und der Werte der Republik. Der französische Fernsehsender France 3 wird diese Porträtserie anlässlich des 100jährigen Gedenktages des Ersten Weltkrieges sowie des 70jährigen Gedenktages der Befreiung von Paris ausstrahlen, und zwar ab dem 30. Mai, jeden Freitag um … Weiterlesen

Hamburg – Der Beginn von Hagenbecks Völkerschauen

Recto Samojeden

m 19. Jahrhundert war Hamburg ein Ort, an dem ein reger Handel mit allen möglichen Importen fremder Ländern stattfand. In St. Pauli entwickelte sich ein Kleinhandel mit Kuriositäten sowie ein Amüsierviertel mit Theatern, Panoptiken, Buden, Menagerien, Jahrmärkten, Panoramen und Varietés.

Hier ließ auch der Fischhändler John Hagenbeck im Jahr 1848 erstmals einige Robben gegen Geld sehen. Er erweiterte dieses Unternehmen nach und nach zu einer Menagerie mit Tierhandel. Sein Sohn Carl Hagenbeck (1844-1913) trat mit 15 Jahren in die väterliche Firma ein und erschloss dieser mit der Idee der Völkerschau in Deutschland erst eine und im Laufe der Zeit die zusätzliche Einnahmequelle, die ein bedeutendes Vermögen generierte. Hagenbecks erste Völkerschau fand Weiterlesen

„Ich denke noch immer, dass ich ‚auf den Barrikaden’ bin und immer sein werde“

Titelseite an.schläge

Feministin und Autorin des Crieur Public Luce Irigaray im Gespräch mit Katharina Karcher für das feministische Magazin an.schläge: eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte durch Les Éditions du Crieur Public  1974 kostete sie die feministische Streitschrift „Speculum. Spiegel des anderen Geschlechts“ Ihren Lehrauftrag an der Universität in Paris. Im akademischen Establishment stieß sie damals auf taube Ohren, aber auch in feministischen Kreisen gilt sie heutzutage als umstritten. Auf die Frage, wo sie die Brennpunkte von heute sähe, verweist Irigaray auf ihre Erfahrung, dass „die heftigsten Konflikte oft zwischen Gleichen“ stattfänden und sie gerade oft bei Frauen Schwierigkeiten habe, ihrer Philosophie Gehör … Weiterlesen

„Eine phantastische Leistung!“ – Buchbesprechung von „MenschenZoos“ in Zeitschrift für Genozidforschung

Cover Zeitschrift f. Genozidforschung

In der jährlich publizierten Zeitschrift für Genozidforschung der Ruhr Universität Bochum ist unser Buch „MenschenZoos“ positiv besprochen worden. Der Autor Ulrich van der Heyden liefert einen Überblick der Beiträge und lobt letztere als „ausnahmslos [...] lesenswert“, nennt sie eine „einmalige[...] Sammlung von einschlägigen Forschungsergebnissen“. Alleinstellungsmerkmal erhalte das Buch dadurch, dass hier Forscher verschiedener Länder die Geschichte der Völkerschauen als europäisches Problem erfassten und eine Brücke zur nordamerikanischen und japanischen Geschichte schlügen. Damit liefere es einen gelungenen Überblick der verwobenen Prozesse. „Eine phantastische Leistung!“, urteilt van der Heyden. „In diesem Umfang und vor allem in dieser Themenbreite gibt es nichts Vergleichbares … Weiterlesen

Bananen werden geschmissen, Affenschreie nachgeäfft – der Rassismus kehrt in die Stadien zurück

banane

Affenschreie, geschmissene Bananen, Beleidigungen und das Bespucken farbiger Fußballspieler sind zur Tagesordnung geworden. Das Phänomen ist mittlerweile sogar banalisiert. Daniel Aves, Spieler des FC Barcelona, hat allerdings große internationale Unterstützung erfahren, als er humorvoll auf einen solchen Bananenschmiss reagierte: er aß die Banane ganz einfach auf. Letzten Sonntag hat ein neues rassistisches Vorkommnis die spanische Fußballliga geprägt. Der Senegalese Pape Diop wurde mit Affenschreien vonseiten der Atlético Madrid Fans ausgebuht. Er hat mit einer kleinen Tanzeinlage sehr entspannt darauf reagiert. Bevor die Banane zu einem anti-rassistischen Symbol gemacht wurde, symbolisierte sie jahrzehntelang den Rassismus. Wie ist das zu erklären? Antworten … Weiterlesen

“Eine dunkle Vergangenheit, die nicht vergeht” von Peer Zickgraf

Peer Zickgraf, Gründungsredakteur des Projekts einseitig.info und Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins “Netzwerk freier Kulturjournalisten” im Gespräch mit Yasmine Azzi-Kohlhepp, Journalistin und Verlegerin von Les Éditions du Crieur Public, und Sandrine Lemaire, Mitautorin von „MenschenZoos“. Am 25. April 2013 hält Peer Zickgraf an der Uni Marburg einen Vortrag zum Thema „Menschenzoo. Völkerschau und Totentanz. Deutsches Körperweltentheater von 1905 bis heute“. Passend dazu führte er ein Interview über das deutsch-französische Projekt „MenschenZoos“ mit Verlegerin Yasmine Azzi-Kohlhepp und Autorin Sandrine Lemaire. Einseitig.info: Was erhoffen Sie sich von der Publikation „MenschenZoos. Schaufenster der Unmenschlichkeit“? Yasmine Azzi-Kohlhepp: Das Thema ist für uns sehr interessant: Es … Weiterlesen