Wanderausstellung in Angers

Das Naturkundemuseum in der französischen Stadt Angers, die südwestlich von Paris liegt, zeigt von 12. Juli bis 28. Dezember die Ausstellung „MenschenZoos – die Erfindung des Wilden“. Die Wanderausstellung basiert konzeptionell auf der 2011 im Musée du quai Branly gezeigten, vielgefeierten Ausstellung „Exhibitions – l’invention du sauvage“.

Plakat der Wanderausstellung in Angers

Plakat der Wanderausstellung in Angers

Im Fokus steht die Geschichte der sogenannten „Menschenzoos“, der Zurschaustellung und Inszenierung „exotischer Menschen“, welche oftmals hinter Zäunen und neben (wilden) Tieren,  zur Belustigung der Massen ausgestellt wurden und vielfach zugleich „wissenschaftlich“ auf der Grundlage von Rassetheorien erforscht wurden. Die Menschenzoos trugen zur Stigmatisierung fremder Kulturen und zur Legitimation des Kolonialismus bei. Bewohner fremder Nationen wurden mittels dieser als „Wilde“ gebrandmarkt und in einer Rassenhierarchie unter den Bürgern der westlich-industrialisierten Nationen, also in West-Europa, den Vereinigten Staaten von Amerika und Japan, positioniert. In Angers gab es eine solche Zurschaustellung 1906 mit dem sogenannten „Negerdorf“.

Die Ausstellung tourt nun bereits seit bald 2 Jahren erfolgreich durch Frankreich und machte zuletzt in Nantes Halt. In Rouen ist die Ausstellung noch bis zum 9. November zu sehen. Die Kuratoren, Lilian Thuram und die internationale Forschungsgruppe Achac, haben in Angers Unterstützung vonseiten der Stadt Angers und des Naturkundemuseums Angers erfahren.

Die Ausstellungseröffnung findet diesen Freitag, den 11. Juli, um 18.30 Uhr statt.


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