Die letzten Minuten eines Mörders und was sie offenbaren

Das Leben eines Menschen, der so feige war, dass er – solange er nicht enttarnt war -
nur auf Unbewaffnete schoss, die er überraschte, damit sie keine Chance zu Flucht hatten und der auch nicht davor zurückschreckte kleinen Kindern aus kürzester Distanz in den Kopf zu schießen, ist beendet. Traurig ist an seinem Tod nur, dass er nicht früher gestoppt werden konnte. Ein Albtraum ist für die Unbeteiligten abgeschlossen, für die Angehörigen der Opfer wird er wohl nie enden. Der Mörder von Toulouse hatte in einem Telefongespräch mit der Polizei erklärt, sollte er sterben, werde er ins Paradies kommen – schade, dass er der Nachwelt nichts mehr über seine jetzt beginnende Zeit in der Hölle berichten kann….

Darüber hinaus hat der Mörder mehr gezeigt als ihm sicherlich je bewusst geworden ist:
Solange seine Identität nicht enthüllt war, wurden zwei mögliche Tätertypen als mögliche Urheber der Morde angesehen:
- Rechtsradikale
und
- Radikalislamisten.
Der Mörder aus Toulouse trat an seine ersten Opfer heran und schoss den unbewaffneten und arglosen Soldaten in den Kopf, weil sie Soldaten waren. Binnen weniger Tage steigerte er seine Mordlust noch und tötete kleine Kinder und einen Vater/Lehrer, weil sie Juden waren.
Die Mörder aus Zwickau töteten über ein Jahrzehnt hinweg. Sie gingen zu arglosen, unbewaffneten Menschen und schossen denen in den Kopf. Natürlich mit Schalldämpfer, damit sie in Ruhe fliehen konnte. “Grund” für das jeweilige Todesurteil: Mann, ausländisch, im zeugungsfähigen Alter.
Die Extreme sind extrem dicht beieinander, sie sind wie eineiige Zwillinge. Genetisch gleich, die Unterschiede sind im Detail – der eine tritt seine Religion mit Füssen, missbraucht den Namen (seines) Gottes, der andere behauptet für Führer, Volk und Vaterland zu morden. Tatsächlich geht es diesen mörderischen Zwillingen doch nur um eines: Sie wollen ihrer Erbärmlichkeit entkommen, indem sie für sich Momente unbegrenzter und grenzenloser Macht erzeugen: Sie morden, um Herr über Leben und Tod zu sein. Der Mord als Mittel sich wichtig zu fühlen. Dies mag natürlich niemand so zugeben, insofern sucht sich der eine einen weltlichen Führer und der andere missbraucht seinen Glauben, um so eine “Begründung” für die Morde behaupten zu können.


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